Das bayerische Jahrtausend: Ingolstadt im 17. Jahrhundert

Begleitbuch zur BR-Sendereihe „Das bayerische Jahrtausend“ mit Udo Wachtveitl

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Bayern ist nicht nur das flächenmäßig größte Land der Bundesrepublik, sondern mit einem seit 1815 nahezu unveränderten Territorium auch eines der traditionsreichsten und zugleich vielfältigsten in ganz Europa. Die Geschichte Bayerns enthält so viele Facetten und Nuancen, dass sie immer wieder neu erzählt werden kann, ja sogar immer wieder neu erzählt werden muss. Denn jede Zeit hat ihre eigene Geschichtsschreibung, ihre eigene Sichtweise auf die Vergangenheit.

17. Jahrhundert: Ingolstadt

Ingolstadt ist nicht nur seit 1472 Sitz der ersten bayerischen Universität, sondern auch eine Bastion des Glaubens. Von Ingolstadt aus entwickelt sich binnen weniger Jahrzehnte der Wandel Bayerns zum konfessionell geprägten Staat und zu einem der modernsten Territorien Europas. In Ingolstadt wird das neue öffentliche Recht gelehrt. Die hier ausgebildeten Beamten realisieren die Neuordnung des Finanzwesens und tiefgreifenden Reformen in der Verwaltung nach dem Willen des Kurfürsten. Ihr Korpsgeist erleichtert es, die Anordnungen rascher umzusetzen – ein gut funktionierender Verwaltungsapparat.

Die Jesuiten beleben nicht nur das spirituelle Leben in den Pfarreien neu, unter ihnen sind auch die bedeutendsten Wissenschaftler der Zeit. Adam Tanner (1572-1632) ist Theologe, Naturforscher, Philosoph und Astronom. Theologe und gleichzeitig Naturforscher zu sein, ist für ihn kein Widerspruch, denn die Erforschung der Welt ist ein Weg zu Gott: So erforscht Tanner Pflanzen, Tiere und fossile Funde im Dienste der Wissenschaft.

Seit 1618 tobt der Dreißigjährige Krieg in Europa, in dem Ingolstadt als schwer umkämpfte, aber uneinnehmbare bayerische Landesfestung eine bedeutende Rolle zukommt. Nach ihrer Bewährungsprobe im 16. Jahrhundert lässt Maximilian I. angesichts des Einmarsches der Schweden 1632 die Festung ausbauen. Tatsächlich hält die Festung Ingolstadt auch der Belagerung des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf stand und ist in der zweiten Hälfte des Krieges Zufluchtsort für unzählige Menschen.

1651 wird der sterbende Kurfürst Maximilian nach seinem Wunsch in die Stadt gebracht. Fast scheint es, als wollte er dadurch ein Zeichen setzen, was ihm das wichtigste ist und wofür Ingolstadt in seinen Augen steht: Glaube und Recht – und die Macht beides zu beschützen.

Format: 12,5 x 20,5 cm, mit zahlreichen Abbildungen

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Untertitel Begleitbuch zur BR-Sendereihe „Das bayerische Jahrtausend“ mit Udo Wachtveitl
Autor / Hrsg. Dr. Siegfried Hofmann
Cover Softcover
ISBN 978-3-86222-070-0