Das bayerische Jahrtausend: Erlangen im 18. Jahrhundert

Begleitbuch zur BR-Sendereihe „Das bayerische Jahrtausend“ mit Udo Wachtveitl

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Bayern ist nicht nur das flächenmäßig größte Land der Bundesrepublik, sondern mit einem seit 1815 nahezu unveränderten Territorium auch eines der traditionsreichsten und zugleich vielfältigsten in ganz Europa. Die Geschichte Bayerns enthält so viele Facetten und Nuancen, dass sie immer wieder neu erzählt werden kann, ja sogar immer wieder neu erzählt werden muss. Denn jede Zeit hat ihre eigene Geschichtsschreibung, ihre eigene Sichtweise auf die Vergangenheit.

18. Jahrhundert: Erlangen

Erlangen, 1701. Ein fremdes Geräusch dringt durch die Straßen: Der Klang einer neuen Zeit, das mechanische Rattern eines Strumpfwirker-Stuhls – der älteste in Deutschland und noch heute im Stadtmuseum von Erlangen zu besichtigen. Die Hugenotten, die hier eine neue Heimat fanden, brachten das neuartige mechanische Handwerk aus Frankreich mit und verwandeln Erlangen in den wichtigsten Wirtschaftsstandort der Markgrafschaft Bayreuth.

Die alteingesessenen Einwohner befinden sich schlagartig in der Minderheit. Ihnen wird viel abverlangt: Zwangseinquartierung, die Neuankömmlinge haben eine fremde Sprache, andere Sitten und Speisen. Das führt zu Konflikten. Rasch entsteht eine barocke Planstadt südlich des alten Erlangens auf freiem Feld. Erst in späteren Generationen wachsen dann die Altstadt und die einstmals französische Neustadt zusammen.

Vor allem Wilhelmine von Preußen, Gemahlin des Markgrafen Friedrich und Lieblingsschwester König Friedrichs II. gefällt das moderne Erlangen. Gemeinsam mit ihrem Gemahl, Markgraf Friedrich, richtet sie eine Universität ein. Doch die Zeiten haben sich geändert. Krieg und wirtschaftlicher Niedergang bringen viele Handwerker an den Rand des Existenzminimums. In den Hungerjahren 1770 - 72 sterben 500 Erlanger. Zudem ist die Arbeit der Strumpfwirker hart und gesundheitsschädlich.

Außerhalb Erlangens gehen die Entwicklungen weiter. Die einst so innovative heimische Technik ist veraltet, und mit dem Beharren auf Tradition verhindern die Hugenotten letztendlich Karrieren und verbauen sich die Zukunft als Strumpfwirker.

Format: 12,5 x 20,5 cm, zahlreichen Abbildungen

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Untertitel Begleitbuch zur BR-Sendereihe „Das bayerische Jahrtausend“ mit Udo Wachtveitl
Seiten 140
Autor / Hrsg. Dr. Andreas Jakob
Cover Softcover
ISBN 978-3-86222-071-7