CD 1: Himmel oder Hölle?
Laptop und Lederhose – Kann man die traditionellen bayerischen Beinkleider wirklich mit einem Laptop in Verbindung bringen? Tragbare elektronische Geräte lassen sich beim besten Willen nicht mit tragbaren Beinkleidern vergleichen. Pars pro toto: Ein voll gekotzter Laptop ist irreparabel, eine voll gekotzte Lederhose nach ein bis zwei Wochen wieder pfenniggut. Ein Laptop verliert jede Minute an Wert, eine Hirschlederne gewinnt jede Minute an Wert. Warum? Hören Sie was der Autor dazu zu sagen hat…
1860 München und FC Bayern – Erzählt wird die Geschichte widersprüchlicher Geschwister, in der es auch ein wenig um Fußball geht. Zwei Brüder, die könnten unterschiedlicher nicht sein: „Weiß-Blau“ der Ältere, oder mit bürgerlichem Namen: TSV 1860. Er ist arm, aber selig. Ein echter Malocher, bodenständig, stets bereit, alles zu geben. Ein trauriger Held mitunter, ein Underdog, der es gewohnt ist, bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Der andere, „Rot-Weiß“ oder auch FC Bayern genannt, ist reich und erfolgreich. Ein Künstlertyp, ein Jongleur und Global Player. Ein Dandy aus der Luxus-Lounge; einer, dem in letzter Minute alles zufällt, wovon andere 89 Minuten lang träumen.
CD 2: Demokratie oder Monarchie?
Der Kini und seine Untertanen – Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zwar schon lange keinen bayerischen Kini mehr, etliche Bayern träumten aber offensichtlich nach wie vor von ihm. Die Liebe zum Kini, den einige seiner Untertanen 1918 kühl ins Exil geschickt hatten, brannte nach all den schlechten Erfahrungen des 20. Jahrhunderts in manchem oberbayerischen Herzen heiß. Ob die Untertanen ihren Kini wirklich immer großartig fanden, darf bezweifelt werden.
Rote und Schwarze – Schwarz ist eine unbunte Farbe. Sie schluckt Licht. Schwarz ist freilich auch ein Kleidungsstück, die Mönchskutte. Sie schluckt Farben. Als die Mönche einst Bayern den rechten Weg wiesen, verschluckten sie die bunte Welt des Heidentums. Bayern wurde ein schwarzes Land. Zum Glück jedoch keimte mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert eine Art Kontrastfarbe auf: Das Rot! Rot war einst das Märtyrerblut, rot war nun die Revolution, der Sozialismus, die Sozis und alle, die nicht mehr unbunt sein wollten…
CD 3: Drinnen oder draußen?
Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma – Ein bayerisches Traumpaar? Angesichts blinder Ganghoferscher Kaisertreue, beiderseits geteilter Weltkriegsbegeisterung und posthum bekannt gewordener antisemitischer Ausfälle Thomas im „Miesbacher Anzeiger“ mag mancher auch von einem bayerischen „Alb-Traumpaar“ sprechen.
Oskar Maria Graf und Bertolt Brecht – Die beiden waren Bayern und doch von sehr unterschiedlicher Art. Ja, an diesem Traumpaar kann man geradezu idealtypisch studieren, welche Variationsbreite das Bayrische bietet. Der eine leise und schlau, ziemlich schwäbisch verschlagen. Der andere rabaukenhaft und sentimental, oberbayrisch überschäumend, ein Barockmensch von strotzender Katholizität. Als Beweis dient ein berühmtes Foto der beiden aus Grafs New Yorker Stammkneipe, … denn auch das vereinte diese Schriftsteller: von Hitler aus ihrer Heimat vertrieben worden zu sein und als zwei Bayern im Exil leben zu müssen.
CD 4: Katz oder Maus?
Ruhe und Ordnung – Die Zivilcourage, Mutter aller Mutproben, steht wieder einmal im Zenit politischer und medialer Aufmerksamkeit. Alle wollen sie, alle feiern sie, alle vermissen sie, alle fordern sie ein ... Warum? Weil sicherheitsfanatische, europäische Warmduscher und Beckenrandschwimmer plötzlich wieder für Heldentum schwärmen? Oder glauben wir etwa wieder an Solidarität? Wie auch immer: Lassen Sie sich nicht verführen! Seien Sie vorsichtig! Gehen Sie vor einem unüberlegten Schnelleinsatz lieber in einen Biergarten, trinken Sie, denken Sie nach, wägen Sie ab! Und wenn Sie dann wieder ganz, ganz ruhig und sternhagelblau sind, so lassen Sie Ihren Wagen stehen und fahren mit der S-Bahn nach Hause. Aber nicht das Stempeln vergessen! Nur so herrscht Ruhe und Ordnung. Und Sie haben Ihre volle Bürgerpflicht getan - oder etwa nicht?
Räuber und Schandi – Vor der Erfindung des Heimcomputers gehörte das "Räuber-und-Schandi“-Spielen" zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen bayerischer Kinder. Heute dagegen weiß bald niemand mehr, was die Ausdrücke Räuber und Schandi überhaupt bedeuten. Da gibt es nur noch Taschendiebe, Einbrecher, Mitglieder krimineller Vereinigungen, Wirtschaftsgangster. Aber Räuber? Lediglich im „Bankräuber“ lebt das Wort weiter. Beim Schandi, dem Gegenspieler des Räubers, sieht's noch ärger aus. Die Bezeichnung kommt bekanntlich von Gendarm; aber was ist ein Gendarm?
Sprecher: Gerd Anthoff, Udo Wachtveitl, Marlen Reichert, Ilse Neubauer, Gert Heidenreich










