Die Rosenfelds sind eine großbürgerliche Familie im Berlin der zwanziger Jahre: die Mutter promoviert, der Vater Abgeordneter im preußischen Landtag und hoher Beamter im Justizministerium, drei Kinder, ein Häuschen am Stadtrand, ein großer Freundeskreis, sozial engagiert. Von 1932 an ändert sich alles dramatisch: Der jüdische Sozialdemokrat Dr. Siegfried Rosenfeld wird zwangspensioniert. 1933 werden sozialdemokratische Freunde und Kollegen verhaftet und gefoltert. Die Rosenfelds sehen sich zur Emigration gezwungen. Siegfried konnte gerade noch rechtzeitig vor Beginn des Zweiten Weltkrieges nach England fliehen, Else erhielt kein Visum und musste allein im „Dritten Reich“ zurückbleiben. Das Leben in zwei getrennten Welten begann. Existenzängste, die Sorge um seine Frau und die eigene Internierung auf der Isle of Man prägten das Leben im Exil, während Else in München zunehmend mit Repressalien zu kämpfen hatte. Schließlich wagte sie den Gang in den Untergrund und floh 1944, nach Stationen in Berlin und Freiburg, in die Schweiz.
Die Herausgeber Erich Kasberger und Marita Krauss ergänzen die bewegenden Tagebucheinträge des Ehepaars – das Tagebuch Siegfried Rosenfelds wird hier erstmals veröffentlicht – durch informative Kommentare und stellen bislang unbekanntes Quellenmaterial vor, darunter neu entdeckte Briefe sowie Originaltöne aus einem Interview der BBC mit Else Behrend-Rosenfeld. Zahlreiche historische Aufnahmen, zum großen Teil aus dem Privatbesitz der Familie, verleihen dieser schreckensreichen Zeit ein Gesicht.
Sprecher: Gert Heidenreich (Erzähler), Karin Anselm (Else Rosenfeld), Stefan Merki, (Siegfried Rosenfeld), Tobias Lelle (Zitator), Ilse Neubauer (Zitatorin)
CD 1: „Unerwünscht“ – Ausgrenzung einer Familie
CD 2: „Ich musste es wagen“ – Nazi-Deutschland überleben
» Buch: Leben in zwei Welten










